Herbstzeit ist Wanderzeit. Immer häufiger wird die Bergwacht zu
Unfällen gerufen, die auf mangelnde Kondition zurückgehen.
Sturzverletzungen sind die Folge. Bei einem Unfall in entlegenem und
unwegsamem Gelände kann es dauern, bis Hilfe eintrifft. Deshalb gehört
das Erste-Hilfe-Set unbedingt in den Rucksack. Das DRK gibt Tipps, wie
Sie sicher wandern.
Tipp 1: Überprüfen Sie Ihre Kondition!
Vor Antritt einer
Wanderung sollten Sie sich ehrlich selbst überprüfen: Wie ist es um Ihre
Kondition bestellt? Erreichen Sie Ihr Ziel zum gewünschten Zeitpunkt?
Viele Wanderer unterschätzen die Weglänge und geraten in die Dunkelheit.
„Die Selbstüberschätzung der eigenen Kondition ist eine
weitverbreitete und vermeidbare Unfallursache. Wer müde ist, stolpert
schnell und kann oft nicht schnell genug reagieren. Wandergruppen
sollten die Route immer an der Leistung und Fitness des schwächsten
Mitglieds ausrichten. Wer nicht sicher ist, wie fit er ist, sollte vor
der Wanderung seinen Hausarzt befragen.", sagt Prof. Dr. Volker Lischke,
Sprecher der Bergwacht-Ärzte.
Tipp 2: Die richtige Vorbereitung im Herbst
Angesichts kühler
Temperaturen und früh einsetzender Dunkelheit sollten Wanderer warme
Kleidung, Mütze, Handschuhe und eine Stirnlampe in den Rucksack
packen. Ins Erste-Hilfe-Set gehören Pflaster, Wundverband,
Rettungsdecke, Dreieckstuch und ein Kühlelement. Der beste Schutz vor
Stürzen und Verletzungen ist gutes Schuhwerk. Je nach Gelände eignen
sich Trekkingschuhe oder Wanderschuhe, die bis über die Knöchel reichen.
Nehmen Sie aktuelles Kartenmaterial mit und informieren Sie Bekannte
über Route und die geplante Rückkehr.
Tipp 3: Erste Hilfe bei Prellungen und Verstauchungen
Bei Prellungen und Verstauchungen lindern Sie auftretende Schwellungen und Schmerzen, indem Sie die PECH-Grundregel befolgen:
P wie Pause: Der Verletzte sollte sich ausruhen, das Körperteil nicht weiter belasten.
E
wie Eis: Kühlen Sie das betroffene Körperteil so schnell wie möglich,
z.B. mit Kühlgel (direkten Kontakt mit dem Kühlelement vermeiden!) oder
kaltem Wasser aus einem Gebirgsbach.
C wie „Compression“ (Druck):
Entlasten und stabilisieren Sie das betroffene Gelenk durch einen
elastischen Verband. Legen Sie den Verband in natürlicher Stellung an
und kontrollieren Sie das Körperteil noch einmal nach zehn bis zwanzig
Minuten.
H wie Hochlagern: Das betroffene Körperteil sollte erhöht
ruhen. Stellen Sie einen verletzten Arm z.B. mit dem Dreieckstuch ruhig.
Setzen Sie einen Notruf (112) ab und beantworten Sie der
Rettungsstelle die fünf „W“s (Was ist passiert? Wo ist es passiert? Wie
viele Personen sind betroffen? Welche Verletzungen? Warten Sie auf
Rückfragen). Geben Sie möglichst präzise Angaben über Standort und
Witterungsbedingungen.
Die DRK-Bergwacht stellt mit rund 14.500 Mitgliedern den
Rettungsdienst in unwegsamem Gelände, in Kletter-,Wander- und
Skigebieten über die Mittelgebirge bis zu den Deutschen Alpen sicher.
2011 kam die Bergwacht rund 16.000 Mal zum Einsatz. (DRK)

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