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| Fotos: Dominik Haßelkuss, THW Kempten |
Nachdem am Donnerstag ein Erdbeben der Stärke 6,6 auf
der Richterskala den Südosten der Steiermark erschüttert hat, rückten
sofort erste Erkundungstrupps aus Österreich, Italien (Südtirol) und
Deutschland ins Krisengebiet vor. Zum Glück handelt es sich bei dieser
Lagemeldung um den Beginn einer Einsatzübung.
STYREX SEG Einsatzübung. Fast 100 Rettungskräfte vom Arbeiter-Samariter-Bund (
ASB),
vom Weißen Kreuz und vom Technischen Hilfswerk (THW) übten vom 25. bis
28. Oktober 2012 in der Südsteiermark die Zusammenarbeit der
verschiedenen Einsatzorganisationen. Hauptziel war es, die
Schnittstellenkommunikation auf internationaler Ebene weiter zu
verbessern, um im Notfall effizient Hilfe leisten zu können. Um die
Einsatzübung so realistisch wie möglich gestalten zu können, wurden alle
Vorgänge wie Alarmierungen und Anreisen in Echtzeit abgewickelt. Für
die eingesetzten Kräfte gab es kein vorheriges Training/Briefing für
Erdbeben oder sonstige Vorabinformationen über das Einsatzgebiet. Alle
Führungsfunktionen wurden absichtlich mit jungen Kräften besetzt. Fehler
sollten ganz bewusst zugelassen werden, um zu lernen. „Wir sprechen
nicht dieselbe Sprache, obwohl wir alle Deutsch reden“, stachelte Josef
Riener, der Übungsleiter, die Mannschaft anfangs an, um den Ehrgeiz zu
wecken und das volle Leistungsspektrum abzurufen. Die Aufgaben des THW waren vielfältig. So stellten die Kemptener mit der Fachgruppe
Führung und Kommunikation
eine Führungsstelle mit der Einsatzleitung, welche in den wichtigen
Positionen durch alle teilnehmenden Organisationen besetzt war. Die
Kollegen aus Ergolding rückten mit einer Bergungsgruppe an, um
verschüttete Personen aus schwer zugänglichen oder eingestürzten Häusern
zu retten. Außerdem brachten sie eine 230 KVA Netzersatzanlage mit,
welche zuverlässig Strom für alle Verbraucher lieferte. Der Arbeiter-Samariter-Bund war mit mehreren Rettungs- und
Krankentransportwagen unterwegs, um sofort Erste Hilfe leisten zu können
und die Verletzten sicher ins Krankenhaus zu überführen. Er hatte
zusätzlich eine Hunderettungsstaffel dabei, die Tag und Nacht immer
wieder bewusstlose Personen im ganzen Gelände aufspüren konnte. Das Weiße Kreuz kümmerte sich maßgeblich um das Zeltlager und die
Verpflegung. Sie stellten die komplette Küche, einen Duschcontainer und
mehrere Zelte für die Unterbringung. Sie reisten aber auch mit
Rettungstransportwagen (RTWs) an, um sich an den Rettungsmaßnahmen
beteiligen zu können. Die Landeswarnzentrale in Graz war auch in die Übung eingebunden und
mit mehreren Personen vor Ort, um sich ein Bild vom Einsatz machen zu
können. Zusätzlich war auch das Kriseninterventionsteam (KIT) vor Ort,
um sich um die Betroffen zu kümmern.
Die Übung war trotz schlechten Wetterbedingungen, Regen und sehr
kalten Nächten ein voller Erfolg, so konnten alle Teilnehmer ungeachtet
Erschöpfung und sehr wenig Schlaf loben, wie perfekt am Schluss alles
funktionierte. „Joe“ versuchte, das gesamte Erlebnis in Worte zu fassen:
„Die Übung hätte nicht besser laufen können. Wir sitzen hier nicht als
drei Hilfsorganisationen zusammen, sondern als ein ganz besonderes Team.
Wir haben alle viel gelernt. Und die Aufgaben haben wir alle besser
erledigt, als ich es erwartet habe!“. Mit diesem Satz beendete er den
offiziellen Teil und verabschiedete alle in den wohlverdienten
Feierabend.
Wie schnell so eine Katastrophe in Gebieten auftreten kann, in denen
man es nicht vermutet und welches Ausmaß das annehmen kann, ist aktuell
in den Medien zu verfolgen.
(Alle Fotos: Dominik Haßelkuss, THW Kempten)