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Dienstag, 30. Oktober 2012

Katastrophenschützübung "Erdbeben" für das THW Kempten

Fotos: Dominik Haßelkuss, THW Kempten
Nachdem am Donnerstag ein Erdbeben der Stärke 6,6 auf der Richterskala den Südosten der Steiermark erschüttert hat, rückten sofort erste Erkundungstrupps aus Österreich, Italien (Südtirol) und Deutschland ins Krisengebiet vor. Zum Glück handelt es sich bei dieser Lagemeldung um den Beginn einer Einsatzübung.
STYREX SEG Einsatzübung. Fast 100 Rettungskräfte vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), vom Weißen Kreuz und vom Technischen Hilfswerk (THW) übten vom 25. bis 28. Oktober 2012 in der Südsteiermark die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen. Hauptziel war es, die Schnittstellenkommunikation auf internationaler Ebene weiter zu verbessern, um im Notfall effizient Hilfe leisten zu können. Um die Einsatzübung so realistisch wie möglich gestalten zu können, wurden alle Vorgänge wie Alarmierungen und Anreisen in Echtzeit abgewickelt. Für die eingesetzten Kräfte gab es kein vorheriges Training/Briefing für Erdbeben oder sonstige Vorabinformationen über das Einsatzgebiet. Alle Führungsfunktionen wurden absichtlich mit jungen Kräften besetzt. Fehler sollten ganz bewusst zugelassen werden, um zu lernen. „Wir sprechen nicht dieselbe Sprache, obwohl wir alle Deutsch reden“, stachelte Josef Riener, der Übungsleiter, die Mannschaft anfangs an, um den Ehrgeiz zu wecken und das volle Leistungsspektrum abzurufen. Die Aufgaben des THW waren vielfältig. So stellten die Kemptener mit der Fachgruppe Führung und Kommunikation eine Führungsstelle mit der Einsatzleitung, welche in den wichtigen Positionen durch alle teilnehmenden Organisationen besetzt war. Die Kollegen aus Ergolding rückten mit einer Bergungsgruppe an, um verschüttete Personen aus schwer zugänglichen oder eingestürzten Häusern zu retten. Außerdem brachten sie eine 230 KVA Netzersatzanlage mit, welche zuverlässig Strom für alle Verbraucher lieferte. Der Arbeiter-Samariter-Bund war mit mehreren Rettungs- und Krankentransportwagen unterwegs, um sofort Erste Hilfe leisten zu können und die Verletzten sicher ins Krankenhaus zu überführen. Er hatte zusätzlich eine Hunderettungsstaffel dabei, die Tag und Nacht immer wieder bewusstlose Personen im ganzen Gelände aufspüren konnte. Das Weiße Kreuz kümmerte sich maßgeblich um das Zeltlager und die Verpflegung. Sie stellten die komplette Küche, einen Duschcontainer und mehrere Zelte für die Unterbringung. Sie reisten aber auch mit Rettungstransportwagen (RTWs) an, um sich an den Rettungsmaßnahmen beteiligen zu können. Die Landeswarnzentrale in Graz war auch in die Übung eingebunden und mit mehreren Personen vor Ort, um sich ein Bild vom Einsatz machen zu können. Zusätzlich war auch das Kriseninterventionsteam (KIT) vor Ort, um sich um die Betroffen zu kümmern.
Die Übung war trotz schlechten Wetterbedingungen, Regen und sehr kalten Nächten ein voller Erfolg, so konnten alle Teilnehmer ungeachtet Erschöpfung und sehr wenig Schlaf loben, wie perfekt am Schluss alles funktionierte. „Joe“ versuchte, das gesamte Erlebnis in Worte zu fassen: „Die Übung hätte nicht besser laufen können. Wir sitzen hier nicht als drei Hilfsorganisationen zusammen, sondern als ein ganz besonderes Team. Wir haben alle viel gelernt. Und die Aufgaben haben wir alle besser erledigt, als ich es erwartet habe!“. Mit diesem Satz beendete er den offiziellen Teil und verabschiedete alle in den wohlverdienten Feierabend.
Wie schnell so eine Katastrophe in Gebieten auftreten kann, in denen man es nicht vermutet und welches Ausmaß das annehmen kann, ist aktuell in den Medien zu verfolgen. (Alle Fotos: Dominik Haßelkuss, THW Kempten)






Dienstag, 16. Oktober 2012

Weltkatastrophenbericht 2012: 73 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

73 Millionen Menschen auf der Welt haben ungewollt ihr Zuhause verlassen müssen. 43 Millionen davon sind auf der Flucht vor Kriegen und Konflikten. 15 Millionen Menschen sind auf Grund von Naturkatastrophen auf der Flucht, und weitere 15 Millionen mussten auf Grund von Industrie- und Infrastrukturprojekten - zum Beispiel dem Bau von Dämmen – ihrer Heimat den Rücken kehren. Diese Zahlen gehen aus dem Weltkatastrophenbericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften vor, der am Dienstag vom Deutschen Roten Kreuz vorgestellt wird. Neben den Zahlen zu Flüchtlingen und Migration liefert der Weltkatastrophenbericht auch Zahlen und Statistiken zu Naturkatastrophen weltweit. Naturkatastrophen haben danach im Jahr 2011 Schäden in einer Höhe von 365,5 Milliarden US-Dollar verursacht. Das ist die höchste Zahl der vergangenen zehn Jahre und ist auf das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami in Japan im März 2011 zurückzuführen. Allein diese Katastrophe hat 210 Milliarden US-Dollar an Schäden verursacht. Gleichzeitig war im Jahr 2010 die Anzahl der Naturkatastrophen mit 336 die geringste der vergangenen zehn Jahren. Der Weltkatastrophenbericht zeigt, dass Menschen aus unterschiedlichsten Gründen auf der Flucht von ihrem eigentlichen Zuhause sind. „Unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status oder dem Grund, warum sie fort sind, müssen Menschen in Sicherheit und Würde leben können. Das bedeutet zum Beispiel ein Recht auf Schulbildung für Kinder und Jugendliche und ein Recht auf gesundheitliche Versorgung“, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. Für Menschen, die einen offiziellen Flüchtlingsstatus haben (etwa 15 Millionen weltweit), sind diese Rechte in der Genfer Flüchtlingskonvention verankert. Allein in Deutschland leben aber auch zwischen 250.000 und 500.000 Menschen in der sogenannten „aufenthaltsrechtlichen llegalität“. Sie genießen kaum formelle Rechte. Sie leben in ständiger Furcht, dass die Ausländerbehörden informiert und sie abgeschoben werden, wenn sie zum Beispiel ein Krankenhaus aufsuchen. Das DRK fordert daher, dass Krankenhäuser von ihren Übermittlungspflichten gegenüber Ausländerbehörden befreit werden. „Es darf nicht sein, dass Schwangere aus Furcht vor Abschiebung keine gesundheitliche Hilfe suchen“, so Seiters. Den kompletten Weltkatastrophenbericht finden Sie unter www.drk.de/weltkatastrophenbericht oder unter www.ifrc.org