
73 Millionen Menschen auf der Welt haben ungewollt ihr Zuhause verlassen
müssen. 43 Millionen davon sind auf der Flucht vor Kriegen und
Konflikten. 15 Millionen Menschen sind auf Grund von Naturkatastrophen
auf der Flucht, und weitere 15 Millionen mussten auf Grund von
Industrie- und Infrastrukturprojekten - zum Beispiel dem Bau von Dämmen –
ihrer Heimat den Rücken kehren. Diese Zahlen gehen aus dem
Weltkatastrophenbericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und
Rothalbmondgesellschaften vor, der am Dienstag vom Deutschen Roten
Kreuz vorgestellt wird. Neben den Zahlen zu Flüchtlingen und
Migration liefert der Weltkatastrophenbericht auch Zahlen und
Statistiken zu Naturkatastrophen weltweit. Naturkatastrophen
haben danach im Jahr 2011 Schäden in einer Höhe von 365,5 Milliarden
US-Dollar verursacht. Das ist die höchste Zahl der vergangenen zehn
Jahre und ist auf das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami in Japan im
März 2011 zurückzuführen. Allein diese Katastrophe hat 210 Milliarden
US-Dollar an Schäden verursacht. Gleichzeitig war im Jahr 2010 die
Anzahl der Naturkatastrophen mit 336 die geringste der vergangenen zehn
Jahren. Der Weltkatastrophenbericht zeigt, dass Menschen aus
unterschiedlichsten Gründen auf der Flucht von ihrem eigentlichen
Zuhause sind. „Unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status
oder dem Grund, warum sie fort sind, müssen Menschen in Sicherheit und
Würde leben können. Das bedeutet zum Beispiel ein Recht auf Schulbildung
für Kinder und Jugendliche und ein Recht auf gesundheitliche
Versorgung“, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. Für Menschen,
die einen offiziellen Flüchtlingsstatus haben (etwa 15 Millionen
weltweit), sind diese Rechte in der Genfer Flüchtlingskonvention
verankert. Allein in Deutschland leben aber auch zwischen 250.000
und 500.000 Menschen in der sogenannten „aufenthaltsrechtlichen
llegalität“. Sie genießen kaum formelle Rechte. Sie leben in ständiger
Furcht, dass die Ausländerbehörden informiert und sie abgeschoben
werden, wenn sie zum Beispiel ein Krankenhaus aufsuchen. Das DRK fordert
daher, dass Krankenhäuser von ihren Übermittlungspflichten gegenüber
Ausländerbehörden befreit werden. „Es darf nicht sein, dass Schwangere aus Furcht vor Abschiebung keine gesundheitliche Hilfe suchen“, so Seiters. Den kompletten Weltkatastrophenbericht finden Sie unter
www.drk.de/weltkatastrophenbericht oder unter
www.ifrc.org
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