Donnerstag, 8. November 2012

Ausstellung „Die Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“ - München

Vom 09.11. bis 30.12.2012 wird im Polizeipräsidium München die Ausstellung „Die Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“ gezeigt. Die Ausstellung wurde mit der Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München/NS-Dokumentationszentrum vom Polizeipräsidium München erarbeitet. Im Jahre 2008 wurde durch den Münchner Polizeipräsidenten Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer der Arbeitskreis „Münchner Polizeigeschichte“ ins Leben gerufen. Eines der ersten Themen, mit denen sich die Beamtinnen und Beamten in ihrer Freizeit beschäftigten, war der Nationalsozialismus. Dabei sollten auch genauere Erkenntnisse über die Strukturen und Funktionsweisen des Polizeiapparats in der Zeit vor, während und nach der NS-Diktatur gewonnen werden. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist für die Münchner Polizei ein großes Anliegen. Sie ist unabdingbar, um immer aufmerksam zu bleiben gegenüber den Gefahren des politischen Extremismus von Rechts und Links. Wir leben heute in einer schnelllebigen Zeit. Aber von der Niederschlagung des Hitler-Putsches durch die Polizei bis zur Machtübernahme des Polizeipräsidenten Himmler vergingen keine zehn Jahre. Wie viel schneller könnte dies heute gehen im Zeitalter von Internet, social network und smartphone? Umso größer muss unsere Aufmerksamkeit sein. Denn gerade München war, wie keine andere Stadt, mit der Frühgeschichte und dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbunden. Der 1933 hier eingerichtete Verfolgungs- und Unterdrückungsapparat, in dem die Gestapo und die Polizei eine tragende Rolle spielten, hatte in mancherlei Hinsicht „Vorbildfunktion“ für das gesamte Reich. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen der politisch-historischen Bildung und demokratischen Sensibilisierung aller Besucher und auch der Polizeibeamten dienen. Die in dieser Zusammenarbeit entstandenen Forschungsergebnisse werden nun mit dieser Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Thematisch gliedert sie sich in folgende Oberpunkte: Die Münchner Polizei und der Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik Die Polizei als Herrschaftsinstrument des NS-Regimes Die Münchner Polizei nach 1945 Drei zentrale Botschaften sollen vermittelt werden: Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, wie die Machtergreifung erfolgt ist, wie der Terrorapparat des NS-Regimes funktionierte und warum die Polizei die Menschenrechtsverletzungen nicht verhindert hat. Die NS-Zeit beweist, wie schutzbedürftig die demokratische Ordnung ist, für deren Erhalt die Polizei große Verantwortung trägt. Ein frühes und unparteiisches Eingreifen gegenüber Bedrohungen der Demokratie muss für die Polizei oberste Priorität haben. Leben und Gesundheit, Freiheit und Eigentum - diese Grundwerte der Menschen zu wahren ist Aufgabe der Polizei. Auf Grund der geschichtlichen Ereignisse muss dies gerade auch Aufgabe der Münchner Polizei sein. Um Grundrecht und Menschenwürde zu schützen, hat die Polizei wachsam zu sein gegenüber allen extremistischen Bestrebungen. Hierfür braucht sie die Hilfe der Bevölkerung.
Die Ausstellung befindet sich im historischen Rapportsaal des Polizeipräsidiums München (Zugang über den Haupteingang Ettstraße 2) und hat vom 09.11. bis 30.12.2012 jeden Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

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